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Frauenhotel „AUSzeit – breaking_bed“

Eingereicht: 25. Juli 2015 in Hafen - Wohnen & Leben von malkri geschlossen 18. August 2015 von Mein Linz
Welche Frau kennt diese Situation nicht: Die Beziehung mit dem Partner entwickelt sich immer mehr zum Kampf und Streit. Das ist in der Alltagsroutine vermehrt die Regel als die Ausnahme. Die Gedanken über eine Trennung werden immer lauter, begleitet von Ängsten und Unsicherheiten. Will ich das wirklich? Wo soll ich hin? Wie werden es die Kinder aufnehmen? Brauche ich einfach nur eine kurze Auszeit?
Neben der emotionalen Komponente, lässt sich in Österreich der klare Trend zu Ein-Personen-Haushalten bzw. die steigende Anzahl an Singles, statistisch klar abbilden. In Österreich hat sich die Zahl der Einpersonen-Haushalte seit den 50er Jahren mehr als verdoppelt (vgl. www.oif.ac.at, Österreichisches Institut für Familienforschung). Beziehungen gehen rascher in die Brüche, das Zusammenleben in den Städten wird anonymer. Auch die adäquate Wohnungssuche in Ballungsgebieten gestaltet sich aktuell und zukünftig noch verstärkter als schwierig und vor allem langwierig. Diese Entwicklungen dürfen in einem aufstrebenden Viertel der Stadt Linz nicht ausgeblendet, sondern müssen in Angriff genommen werden.

Das Hotel „AUSzeit-breaking_bed“ reagiert darauf und bietet Frauen mit Beziehungsproblemen eine rasche Übergangslösung. Es ermöglicht ihnen, kurzfristig und unbürokratisch Unterschlupf zu finden, ohne bei FreundInnen auf der Couch oder im elterlichen Kinderzimmer übernachten zu müssen. Das Hotel verschafft den Frauen die Freiheit, rechtzeitig zu gehen, bevor ein Streit eskaliert, nimmt den Druck bei der Wohnungssuche und gibt ihnen die Möglichkeit, sich in Ruhe über die eigene Situation und Befindlichkeit, klar zu werden. Es könnte auch als eine Art Vorstufe zum Frauenhaus bezeichnet werden, wobei der Hotelcharakter, als Rückzugsmöglichkeit inklusive „Wohlfühloase“ im Vordergrund steht. Für die junge Studentin, zweifache Mutter bis hin zur Pensionistin öffnet das Frauenhotel bei Krisen und Schicksalsschlägen, Langeweile und Überdruss, Untreue, ernsthaften Konflikten oder nur unnötigen Streitereien um Kleinigkeiten seine Pforten.

Hotelbeschreibung:
Im Folgenden wird das Hotel nur anhand seiner grundlegenden Eckpunkte dargestellt.
Das Besondere an der Unterkunft, in die rund um die Uhr eingecheckt werden kann, ist, dass der Aufenthaltsraum an ein Zusammenleben in einer WG erinnert, mit einem Automaten, der die Notfall-Bedürfnisse abdeckt - von Zahnbürste über Bier und Schokolade bis hin zur Voodoo-Puppe zum Dampfablassen. Die gemütliche "Hier fühle ich mich aufgehoben"-Atmosphäre wird durch eine Rezeptionistin, die ein offenes Ohr für die Gäste hat, verstärkt. Die Frauen können sich im Gemeinschaftsraum gegenseitig ihre Leidensgeschichte erzählen, keine muss alleine sein.
Es wird auch ein Wellness-Programm angeboten, um sich nach dem Trennungsstress etwas Gutes tun zu können, um Energien zu sammeln für ein weiteres Aussprache/Versöhnungsgespräch.
Weiters wird eine Kooperation mit einer Frauenberatungsstelle angestrebt, die einmal wöchentlich ein unverbindliches Beratungsgespräch im Haus anbietet.
Die Zimmeranzahl des Hotels soll  klein gehalten werden, etwa um die 20, damit der persönliche, vertraute Charme nicht verloren geht. Je nach Bedarf (Einzel- bis Dreibettzimmer mit Zusatzbett) und Länge des Aufenthalts werden die Zimmergrößen variieren.
Die Preise der Zimmer müssen leistbar sein (Sponsoring, Förderungen, Spenden) und variieren nach Größe und Aufenthaltsdauer.
Auf der Hotelwebsite wird stets aktuell angezeigt, wie viele Zimmer noch frei sind.

Quellenangabe:
Österreichisches Institut für Familienforschung: http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1069&cHash=d4952e1dc72948fe10a4df86386416e5, download 12.Mai.2015

    3 Kommentare

  • Kommentiert: 25. Juli 2015 von Leo
    Gibts da nicht bereits die frauenhäuser? Oder gehts um die erweiterung des angebots?
    • Beantwortet: 27. Juli 2015 von awol
      Hallo Leo,
      wie im Konzept kurz angesprochen: Das Hotel könnte auch als eine Art Vorstufe zum Frauenhaus bezeichnet werden, wobei der Hotelcharakter, als Rückzugsmöglichkeit inklusive „Wohlfühloase“ im Vordergrund steht. Für die junge Studentin, zweifache Mutter bis hin zur Pensionistin öffnet das Frauenhotel bei Krisen und Schicksalsschlägen, Langeweile und Überdruss, Untreue, ernsthaften Konflikten oder nur unnötigen Streitereien um Kleinigkeiten seine Pforten. Das Hotel sollte nicht als Notlösung, vor möglicher Gewalt in der Familie wahrgenommen werden , sondern als Auszeit und Übergangslösung auch bei kleinen Krisen/Streitigkeiten. Es ist ein Hotel zum Entspannen und gleichzeitig, bietet es Möglichkeiten der speziellen Beratung und des gemeinschaftlichen Austausches. Unsere Hotelgäste sollen nicht als Opfer gesehen werden, sondern als Frauen die Abstand brauchen und sich diesen auch nehmen. Es ist unbürokratisch, jederzeit beziehbar und leistbar. Ich hoffe , ich konnte dir deine Frage beantworten, Anita
    • Zum Profil von Markus
      Beantwortet: 27. Juli 2015 von Markus
      @ awol

      Das Konzept ist also das eines geschützten Bereiches nur für Frauen, ein "Frauenhaus light". Warum bitte sollte so etwas öffentliche Gelder wert sein - wo doch weder Gefahr in Verzug sein muss noch überhaupt irgendein dringender Bedarf vorliegen muss?

      Und dann siehe auch meine Anmerkungen unten: Inwiefern sollte ein solches "Hotel" mit der Grundrechtscharta im Einklang sein, wo es doch eindeutig Männer diskriminiert - als ob diese nicht die gleichen oder vergleichbare Probleme wie die Frauen erfahren könnten? Bei einem so konzeptionierten "Männerhotel" wäre jedem sofort klar, dass das nicht geht und sich schon gar nicht für öffentliche Gelder qualifizieren kann, weil es ohne echten Grund Frauen ausschließt, nur so als kleines Gedankenexperiment.  

      Und abgesehen davon: Du schreibst  "Unsere Hotelgäste sollen nicht als Opfer gesehen werden" - aber das Gegenteil ist der Fall. Es zementiert die Rolle der Frau als Opfer und suggeriert das sie sich bei moderaten Problemen nicht ohne einen durch öffentliche Geldern alimentierten Rückzugsort helfen kann. Als ob sie keine Freunde hat, die ihr helfen, sich kein normales Hotel leisten kann und ganz allgemein eigene Problemlösungsansätze entwickeln kann...? Zugegeben, es mag Frauen geben, die vielleicht tatsächlich zu einem gewissen Zeitpunkt ein solches Angebot schätzen würden - aber warum soll das nur auf Frauen zutreffen?

      Es wäre wesentlich logischer - wenn man schon glaubt, es bräuchte eine solche Einrichtung (gibt es da wissenschaftlich-methodische Bedarfserhebungen?) - die Einrichtung nicht auf ein Geschlecht einzuschränken und so die implizite Message "Frau als Opfer" zu vermeiden.

      Nach wie vor sehe ich auch keinen Bezug zum Hafen (siehe unten für Vorschläge.)
  • Zum Profil von Markus
    Kommentiert: 26. Juli 2015 von Markus Bearbeitet 26. Juli 2015 von Markus
    @malkri

    A) Wer soll das finanzieren? Die Betroffenen selbst? Denn für öffentliche Gelder / Förderungen qualifiziert sich das Projekt in der Form keinesfalls, jedenfalls nicht bei nachvollziehbarer und seriöser Vergabepraxis:  

    B) Das Konzept ist pseudowissenschaftlich angehaucht; eine Voodoo-Puppe z.B. zum "Dampfablassen"? Wellness-Programme? So etwas schließt eine Förderung durch die öffentliche Hand eigentlich aus, die nur Programme fördern dürfte, die anerkannten Standards (etwa aus Medizin, Psychotheraphie, Pflege, ...) folgen.   

    C) Wo genau liegt der Bezug zum Hafenviertel, was brächte eine solche Einrichtung diesem Stadtteil?

    D) Das Programm hat eine geschlechtertechnische Schlagseite, die es "...in Konflikt mi der Charta der Grundrechte der EU (GRC) im Primärrechtsrang bringt. Es steht somit nicht nur über nationalem (Verfassungs-)Recht, sondern auch über EU-Sekundärrecht (z.B. Verordnungen, Richtlinien). Art 21 Abs 1 GRC verbietet Diskriminierung, insbesondere aufgrund des Geschlechts. Nach Art 23 GRC ist die Gleichheit von Männern und Frauen in allen Bereichen sicherzustellen." So wird heutzutage geurteilt, z.B. in Zusammenhang mit dem frühern Frauenpensionsalter in Österreich (vergl. http://diepresse.com/home/recht/rechtallgemein/4780278/Ungleiches-Pensionsalter-ist-EUrechtswidrig) - das gilt mit Garantie auch für andere relevante Bereiche! So ein Hotel kann somit sicher nicht dauerhaft subventioniert werden, bzw. nur solange, bis jemand den Klagsweg beschreitet. Um das von der Sache her zu erläutern:

    Auch Männer geraten in schwierige Situationen, wo sie schnell eine Unterkunft bräuchten. Es sei denn, man nimmt an, dass Männer generell komplett selber Schuld sind, dass sie viel öfter obdachlos werden als Frauen (was pure Ideologie wäre):

    "Die Wiener Caritas betreute im Jahr 2012 etwa 9000 obdachlose Menschen, darunter 6500 Männer." (Quelle:   http://www.profil.at/oesterreich/wie-politik-probleme-maenner-378116)

    Ein extrem einseitiges Konzept wie das Frauenhotel kann man nur rechtfertigen, in dem man annimmt das generell eher Männer die Problemverursacher in Beziehungen sind (Täterrolle) und Frauen besonders geschützt werden müssten (Opferrolle) ( - was wiederum Ideologie wäre). Solche Anschauungen stehen im Widerspruch zu der Tatsache, dass es heute in westlichen Ländern überwiegend Frauen sind, die sich aus Beziehungen lösen, bzw. eine Scheidung initiieren (z.B.   http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/statistik-frauen-reichen-haeufiger-die-scheidung-ein-als-maenner-1485657.html) und das die Gewaltforschung mittlerweile erkannt hat, dass Beziehungsgewalt in westlichen Ländern von beiden Geschlechtern zu ungefähr gleichen Teilen ausgeht, vergl. z.B.:

    "Der Soziologe Murray Straus vom Family Research Laboratory an der University of New Hampshire etwa untersucht seit vielen Jahren innerpartnerschaftliche Gewalt und die geschlechterspezifische Neigung zu Aggression. 2006 präsentierte Straus die Daten einer großangelegten Beziehungsgewalt-Studie. Die Befragung von 13.601 Studenten aus 32 Nationen erbrachte ein selbst für die Wissenschaftler überraschendes Ergebnis: Fast ein Drittel der Frauen und Männer hatten ihre Partner innerhalb eines Jahres tätlich angegriffen. In den häufigsten Fällen ging die Gewalt von beiden gleichermaßen aus. Auf Platz zwei folgten jedoch Attacken, die nur von Frauen ausgingen.

    "Es gibt immer mehr Belege dafür, dass Frauen genauso oft ihren Partner angreifen wie Männer", bilanzierte Straus seinerzeit auch mit Blick auf vorhergehende Untersuchungen."

    (Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/weibliche-uebergriffe-die-verdraengte-gewalt-a-718585.html)

    "Erstaunt sind die RKI-Forscher, dass Frauen häufiger als Männer gegenüber dem eigenen Partner körperliche Gewalt ausüben - insgesamt werden Frauen bei der körperlichen Gewalt offenbar eher im häuslichen Umfeld zu Täterinnen. Die Zahlen passen zu einer aktuellen Diskussion unter Fachleuten: Bisher galt die Argumentation, dass Frauen gegenüber Partnern vor allem Gewalt anwenden, um sich selbst zu verteidigen. Diese Sichtweise wird von einigen Wissenschaftlern in Frage gestellt, weil verschiedene Studien gezeigt hätten, dass weibliche und männliche Partnergewalt annähernd gleich häufig vorkomme und auch von beiden Geschlechtern ausgehe."

    (Quelle: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gesundheits-studie-degs-psychische-gewalt-wird-unterschaetzt-a-902046.html)

    Aber Schluss mit meiner Kritik:

    Im Einklang mit den geschilderten Sachverhalten und gebrachten Argumenten könnte man aus dem Hotel folgendes machen:

    NOTHOTEL "Sicherer Hafen" für alle Menschen,

    die in eine Situation gekommen sind, wo sie aus dringenden Ursachen eine Bleibe als Übergangslösung suchen - also einen sicheren HAFEN zum Ankern suchen (Hafenbezug! - kann sich auch in der Gestaltung des Hotels niederschlagen!). Motto: "Wir heißen Menschen jeden Geschlechts, jeder Hautfarbe und jeden Alters willkommen! "  

    Das Hotel kann begleitend auch Räume für seriöse Therapien und zertifizierte Psychotherapeuten anbieten, sogar einen psychologischen Notdienst.

    So etwas wäre öffentliche Fördergelder wert und garantiert im Einklang mit sämtlichen Gesetzgebungen.
  • Kommentiert: 27. Juli 2015 von Leo
    Also im Ganzen finde ich ja dass es eine gute Idee ist, aber ich sehe das auch eher als Nischenprodukt der gewerblichen Hotelerie als eine Einrichtung der öffentlichen Hand. Vorallem wenn es mit den Extras wie zB die Wohlfühloase oder den legeren Rahmenbedingungen unter welchen Umständen man hier eine Unterbringung erhält. Vielleicht kann man dass irgendwie kombienieren indem du für Fälle in denen ein dringlicher Grund vorhanden ist das Land bei der Finanzierung mit einsteigt?! Dadurch würden sich dann aber wohl die ganzen anderen Hotels benachteiligt fühlen.
    • Zum Profil von Markus
      Beantwortet: 27. Juli 2015 von Markus
      Auch das Gewerbe hat sich an die Grundrechte zu halten. Exklusive Frauenhotels wären genau wie reine Männerhotels diskriminierend, für geschlechtsexklusive Angebote muss es gute Gründe geben und dann meistens auch komplementäre Angebote für beide Geschlechter (banal: Toiletten nach Geschlechtern getrennt, Trennung von Männern und Frauen bei Sportarten wo die Biologie der Geschlechter relevant ist usw.). Was wäre die Steigerungsstufe dieses Ansatzes der "geschützten Bereiche"? Wohnhäuser nur für Frauen? Zugabteile nur für Frauen?

      Apartheid unter dem Vorzeichen "Geschlecht" aufzuziehen ist genauso irregeleitet wie Apartheid unter dem Vorzeichen "Rasse".
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